Mündliche Prüfung B1: Ablauf bei telc, DTZ und Goethe

Prüfungsvorbereitung LearnCastAI Redaktion · 02. Oktober 2026 · 7 Min. Lesezeit

Mündliche Prüfung B1: Ablauf bei telc, DTZ und Goethe

Die mündliche Prüfung B1 besteht bei allen drei gängigen Prüfungen aus drei Teilen und wird in der Regel als Paarprüfung mit einer zweiten Teilnehmerin oder einem zweiten Teilnehmer abgelegt: Beim telc Deutsch B1 und beim Goethe-Zertifikat B1 sind dafür jeweils rund 15 Minuten Gespräch vorgesehen, beim DTZ stehen für Paarprüfung und Beratung der Prüfenden insgesamt rund 20 Minuten zur Verfügung. Inhaltlich unterscheiden sich die Prüfungen aber deutlich, deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die eigene.

Wie ist die mündliche Prüfung B1 aufgebaut?

Alle drei Prüfungen verlangen ein Gespräch mit einer Partnerin oder einem Partner, bei dem Vorschläge gemacht, Meinungen geäußert und Fragen gestellt werden. Die offiziellen Übungsmaterialien beschreiben den Ablauf so (Stand der Übungssätze: Goethe-Institut 2016, telc 2019, g.a.s.t. 2024 – prüfe vor deiner Prüfung die aktuellen Angaben des Anbieters):

  • telc Deutsch B1: Einander kennenlernen (ca. 3 Minuten), Über ein Thema sprechen (ca. 6 Minuten), Gemeinsam etwas planen (ca. 6 Minuten). Vorbereitung: 20 Minuten.
  • DTZ (Deutsch-Test für Zuwanderer): Über sich sprechen (ca. 4 Minuten), Über Erfahrungen sprechen (ca. 6 Minuten), Gemeinsam etwas planen (ca. 6 Minuten). Danach beraten sich die Prüfenden etwa vier Minuten über die Bewertung.
  • Goethe-Zertifikat B1: Gemeinsam etwas planen (ca. 3 Minuten), Ein Thema präsentieren (ca. 3 Minuten), Über ein Thema sprechen (ca. 2 Minuten). Vorbereitung: 15 Minuten, allein.

Auffällig ist die Reihenfolge: Beim Goethe-Zertifikat beginnt die Prüfung direkt mit der Planungsaufgabe, bei telc und DTZ steht sie am Ende. Und nur das Goethe-Zertifikat enthält eine echte Präsentation als Monolog.

Wie läuft die mündliche Prüfung beim telc Deutsch B1 ab?

Im Vorbereitungsraum erhalten die Teilnehmenden alle Aufgabenblätter und haben 20 Minuten Zeit. Notizen sind erlaubt, allerdings nur auf vom Prüfungszentrum gestempelten Blättern; im Gespräch sollen sie nicht abgelesen werden. Danach folgt die Prüfung mit zwei Prüfenden:

  1. Einander kennenlernen: Beide erzählen von sich und stellen der Partnerin oder dem Partner Fragen. Die Stichpunkte auf dem Aufgabenblatt dienen zur Orientierung, die Prüfenden können zusätzlich ein weiteres Thema ansprechen.
  2. Über ein Thema sprechen: Beide haben unterschiedliche Aufgabenblätter mit kontroversen Meinungen zu einem Thema. Zuerst informieren sie einander über diese Meinungen, danach tauschen sie sich aus und berichten von eigenen Erfahrungen und Ansichten.
  3. Gemeinsam etwas planen: Die beiden organisieren ein vorgegebenes Vorhaben, im Übungstest etwa eine Veranstaltung, Feier, ein Konzert, eine Ausstellung oder ein Sportereignis. Sie bringen Ideen ein, reagieren auf Vorschläge und klären, was zu tun ist und wer welche Aufgabe übernimmt.

Wie läuft die mündliche Prüfung beim DTZ ab?

Der Deutsch-Test für Zuwanderer ist die Abschlussprüfung des Integrationskurses. Die mündliche Prüfung führen zwei lizenzierte Prüfende durch. Laut Bundesamt für Migration und Flüchtlinge dauert der mündliche Prüfungsteil rund 15 Minuten; im Übungssatz der Testentwickler g.a.s.t. sind für die Paarprüfung insgesamt etwa 20 Minuten angesetzt, davon rund vier Minuten für die Beratung der Prüfenden. Die Teile:

  1. Über sich sprechen: Beide stellen sich nacheinander anhand vorgegebener Stichpunkte vor und bekommen jeweils eine Zusatzfrage.
  2. Über Erfahrungen sprechen: Beide erhalten ein Bild zu einem Thema, die Bilder sind unterschiedlich. Die Teilnehmenden sprechen nacheinander über ihr Bild; die Prüfenden stellen im Anschluss Fragen oder geben Sprechimpulse.
  3. Gemeinsam etwas planen: Beide haben dasselbe Aufgabenblatt, teilen einander Ideen mit, machen Vorschläge und reagieren auf die Vorschläge der Partnerin oder des Partners.

Wichtig: Wer das Zertifikat B1 erhalten will, muss im Prüfungsteil Sprechen mindestens das Teilergebnis B1 erreichen. Wer dort unter A2 bleibt, erhält gar kein Zertifikat.

Wie läuft die mündliche Prüfung beim Goethe-Zertifikat B1 ab?

Beim Goethe-Zertifikat B1 bereitest du dich 15 Minuten allein vor, darfst dir zu jeder Aufgabe Notizen machen und sollst in der Prüfung frei sprechen. Danach folgen drei Aufgaben:

  1. Gemeinsam etwas planen: Ihr plant zusammen etwas anhand von vier Leitpunkten, im Übungssatz zum Beispiel eine Reise zu einem gewonnenen Sprachkurs in Köln. Du machst Vorschläge und reagierst auf die Vorschläge der Partnerin oder des Partners.
  2. Ein Thema präsentieren: Du wählst eines von zwei Themen und präsentierst es anhand von fünf vorgegebenen Folien.
  3. Über ein Thema sprechen: Du reagierst auf Rückmeldung und Fragen zu deiner Präsentation. Zur Präsentation der Partnerin oder des Partners gibst du selbst eine Rückmeldung und stellst eine Frage.

Wie wird die mündliche Prüfung bewertet?

Die Bewertung ist je Prüfung anders aufgebaut, deshalb hier nur das, was die offiziellen Unterlagen festhalten:

  • telc: Jeder der drei Teile wird unabhängig nach vier Kriterien bewertet: Ausdrucksfähigkeit, Aufgabenbewältigung, formale Richtigkeit sowie Aussprache und Intonation. Im ersten Teil sind maximal 15 Punkte möglich, in den Teilen zwei und drei jeweils 30, also 75 Punkte in der mündlichen Prüfung. Zum Bestehen sind sowohl in der schriftlichen als auch in der mündlichen Prüfung jeweils 60 Prozent nötig, in der mündlichen Prüfung also 45 von 75 Punkten.
  • DTZ: Das Teilergebnis Sprechen umfasst höchstens 100 Punkte. Die Aufgabenbewältigung in den Teilaufgaben zählt bis zu 50 Punkte, dazu kommen Aussprache und Intonation (10), Flüssigkeit (10), Korrektheit (15) und Wortschatz (15). Das Niveau B1 gilt ab 75 Punkten, A2 ab 35 Punkten.
  • Goethe: Bewertet werden unter anderem Erfüllung der Aufgabe, Kohärenz, Wortschatz, Strukturen und Aussprache. In jedem Modul sind maximal 100 Punkte möglich, die Bestehensgrenze liegt bei 60 Punkten.

Der gemeinsame Nenner: Es geht nicht um fehlerfreies Deutsch, sondern darum, die Aufgabe zu erfüllen und im Gespräch zu reagieren. Nach den telc-Unterlagen werden Nachfragen und gegenseitige Hilfestellungen positiv bewertet. Ein Gespräch, in dem nur eine Person redet, ist also nicht im Interesse der Prüfung.

Welche Themen kommen in der mündlichen Prüfung B1 dran?

Die Themen sind alltagsnah. In den Übungsmaterialien tauchen zum Beispiel auf: sich vorstellen (Name, Herkunft, Wohnort, Beruf, Sprachen, Familie), das Planen einer Feier, eines Konzerts oder einer Reise, ein Thema wie „Hochzeit“ oder Bilder zu Alltagssituationen. Welche Themen in deiner Prüfung tatsächlich vorkommen, lässt sich nicht vorhersagen. Du erfährst es erst in der Vorbereitung beziehungsweise in der Prüfung. Gut vorbereitet bist du, wenn du zu vielen alltäglichen Bereichen etwas sagen kannst: Familie, Arbeit, Wohnen, Freizeit, Reisen, Einkaufen, Gesundheit.

Welche Redemittel helfen in der Planungsaufgabe?

Die Planungsaufgabe kommt in allen drei Prüfungen vor. Dafür helfen dir feste Wendungen. Das sind Beispiele, keine offizielle Liste:

  • Vorschläge machen: „Wie wäre es, wenn wir …?“, „Ich schlage vor, dass …“
  • Zustimmen oder ablehnen: „Das finde ich gut, weil …“, „Das ist eine gute Idee, aber …“
  • Nachfragen: „Was meinst du dazu?“, „Hast du eine andere Idee?“
  • Aufgaben verteilen: „Ich kann … übernehmen. Kannst du …?“
  • Etwas begründen: „Ich finde …, denn …“, „Meiner Meinung nach …“

Die Wendungen sind nur ein Gerüst. Entscheidend ist, dass du auf das reagierst, was deine Partnerin oder dein Partner gerade gesagt hat.

Wie bereite ich mich auf die mündliche Prüfung B1 vor?

Finde zuerst heraus, welche Prüfung du ablegst, und lies die offiziellen Übungsmaterialien: telc, Goethe-Institut und g.a.s.t. stellen Übungssätze mit Aufgabenblättern kostenlos bereit. Dann hilft ein einfacher Plan:

  1. Den Ablauf trainieren. Stoppe dir die Zeiten pro Teil, so wie sie oben stehen.
  2. Laut üben. Sprechen lernt man nur durch Sprechen. Nimm dich mit dem Handy auf und höre dir die Aufnahme an.
  3. Mit einer Partnerin oder einem Partner üben. In der Prüfung sprichst du mit einer anderen Person. Übe deshalb auch das Zuhören und Nachfragen.
  4. Notizen in der Vorbereitungszeit nutzen. Schreibe Stichworte, keine ganzen Sätze, denn abgelesen werden soll nicht.
  5. Antworten ausbauen. Statt „Ja, gern“ besser: „Ja, gern, weil ich am Wochenende meistens Zeit habe.“

Wenn du niemanden zum Üben hast, kann eine mündliche Prüfungssimulation die Gesprächssituation nachstellen. Einen allgemeinen Überblick, wie mündliche Prüfungen typischerweise ablaufen, findest du in unserem Beitrag Wie läuft eine mündliche Prüfung ab?.

Was hilft gegen Nervosität vor der mündlichen Prüfung?

Nervosität ist normal und kein Zeichen, dass du schlecht vorbereitet bist. Hilfreich sind einfache Dinge:

  • Vertraute Abläufe: Wer den Ablauf kennt, wird in der Prüfung seltener überrascht.
  • Sprechen statt Schweigen: Wenn dir ein Wort fehlt, umschreibe es („das ist ein Gerät, mit dem man …“), statt zu verstummen.
  • Nachfragen ist erlaubt: „Können Sie das bitte wiederholen?“ ist eine normale Bitte.
  • Die Partnerin oder den Partner einbeziehen: Fragen stellen entlastet, weil das Gespräch dann nicht allein an dir hängt.
  • Ein Fehler ist kein Ende: Sprich weiter. Es zählt der Gesamteindruck, nicht jeder einzelne Satz.

Falls Prüfungsangst dich stark belastet, sprich mit deiner Kursleitung. Sie kennt die Prüfung und kann gezielt mit dir üben.

Fazit

Die mündliche Prüfung B1 ist gut vorbereitbar, weil Ablauf und Aufgabentypen bekannt sind. Entscheidend ist, die eigene Prüfung zu kennen: telc beginnt mit dem Kennenlernen, der DTZ mit der Vorstellung und einem Bild, das Goethe-Zertifikat mit der Planung und enthält eine Präsentation. Weitere Tipps für die Wochen vor einer Prüfung sammelt unsere Rubrik Prüfungsvorbereitung. LearnCastAI kann dich zusätzlich unterstützen, indem es Unterlagen in Zusammenfassungen und Übungsfragen verwandelt, ein Bestehen garantiert aber nichts außer deiner eigenen Übung.

Quellen

Häufige Fragen zu diesem Artikel

Beim telc Deutsch B1 und beim Goethe-Zertifikat B1 sind für ein Paar rund 15 Minuten Gespräch vorgesehen. Dazu kommt eine Vorbereitungszeit: 20 Minuten bei telc, 15 Minuten beim Goethe-Zertifikat. Beim DTZ nennt das BAMF rund 15 Minuten für den mündlichen Teil; im g.a.s.t.-Übungssatz sind für die Paarprüfung einschließlich der Beratung der Prüfenden etwa 20 Minuten angesetzt.

In der Regel als Paarprüfung mit einer zweiten Teilnehmerin oder einem zweiten Teilnehmer. Meldet sich nur eine Person an, kann nach den telc-Unterlagen eine Einzelprüfung abgenommen werden, bei der eine prüfende Person die Rolle des Partners übernimmt. Beim DTZ ist eine Einzelprüfung laut g.a.s.t.-Übungssatz entsprechend kürzer.

Beim telc Deutsch B1 sind in der mündlichen Prüfung 75 Punkte möglich; zum Bestehen sind 60 Prozent nötig, also 45 Punkte. Beim Goethe-Zertifikat B1 liegt die Bestehensgrenze bei 60 von 100 Punkten je Modul. Beim DTZ gilt im Teilergebnis Sprechen das Niveau B1 ab 75 von 100 Punkten.

Ja. Beim telc Deutsch B1 dürfen Notizen auf gestempelten Blättern gemacht und in die Prüfung mitgenommen, aber nicht abgelesen werden. Beim Goethe-Zertifikat B1 darfst du dir zu jeder Aufgabe Notizen machen und sollst in der Prüfung frei sprechen.

Das Goethe-Zertifikat B1 enthält als einzige der drei Prüfungen eine Präsentation anhand von fünf Folien und beginnt mit der Planungsaufgabe. Telc beginnt mit dem Kennenlernen und enthält ein Gespräch über kontroverse Meinungen zu einem Thema. Der DTZ arbeitet in Teil 2 mit einem Bild.

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