Glossar

Dual Coding

Kurz erklärt

Dual Coding (duale Kodierung) bezeichnet das Kombinieren von Sprache und Bild beim Lernen. Nach der Theorie von Allan Paivio verarbeitet das Gehirn Wörter und Bilder in zwei getrennten Systemen; werden beide genutzt, verbessert sich das Behalten.

Was ist Dual Coding?

Dual Coding – auf Deutsch „duale Kodierung" – ist eine kognitive Theorie und eine darauf aufbauende Lernstrategie. Sie geht auf den kanadischen Psychologen Allan Paivio zurück, der sie ab den späten 1960er-Jahren entwickelte. Die Theorie besagt, dass der Mensch Information in zwei getrennten, aber verbundenen Systemen verarbeitet: einem verbalen System für Sprache und Wörter und einem nonverbalen bzw. bildhaften System für Bilder und Sinneseindrücke.

Wie funktioniert die duale Kodierung?

Werden Inhalte über beide Systeme verarbeitet – etwa ein Begriff zusammen mit einem passenden Bild oder Diagramm –, entstehen zwei getrennte, miteinander verknüpfte Gedächtnisspuren. Paivio nannte diese Verbindungen „assoziative Verknüpfungen". Weil die Information dann über zwei Wege abgerufen werden kann, steigt die Wahrscheinlichkeit, sich später zu erinnern. Konkrete Begriffe lassen sich dabei leichter bildlich darstellen als abstrakte; für abstrakte Inhalte helfen Symbole, Metaphern oder schematische Darstellungen. Als Lernstrategie bedeutet Dual Coding daher, Text bewusst mit Visualisierungen wie Skizzen, Diagrammen, Zeitleisten oder Symbolen zu koppeln.

Was ist belegt – und was nicht?

Die Grundannahme zweier Verarbeitungssysteme ist gut gestützt und deckt sich mit Erkenntnissen zum multimedialen Lernen. Paivio entwickelte die Theorie ursprünglich, um zu erklären, warum konkrete, bildhafte Wörter meist besser erinnert werden als abstrakte. Wichtig ist jedoch die Abgrenzung: Dual Coding meint das Verknüpfen von Wort und Bild, nicht die verbreitete, empirisch nicht belegte Vorstellung fester „Lernstile" (etwa „visuelle" gegenüber „auditiven" Lernenden). Der Nutzen entsteht durch die Kombination beider Kanäle, nicht durch die Anpassung an einen vermeintlichen Einzeltyp.

Worauf ist beim Einsatz zu achten?

Bild und Text sollten denselben Inhalt ergänzen, nicht dieselbe Information doppelt und konkurrierend darstellen, da dies das Arbeitsgedächtnis belasten kann. Wirksames Dual Coding nutzt Bilder, die die Erklärung tragen, und platziert sie räumlich und zeitlich nah am zugehörigen Text. Die Methode überschneidet sich mit Prinzipien des multimedialen Lernens nach Richard Mayer, wonach gut abgestimmte Wort-Bild-Kombinationen das Verständnis stärker fördern als Text allein. Richtig eingesetzt unterstützt sie Verständnis und Behalten, ohne zusätzlichen Aufwand für die Lernenden.

Quellen

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