Glossar

Interleaving

Kurz erklärt

Interleaving (verschachteltes Lernen) bezeichnet das Vermischen verschiedener Aufgabentypen oder Themen innerhalb einer Übungseinheit, statt sie in getrennten Blöcken zu üben. Das erschwert die Übung, verbessert aber häufig das spätere Behalten.

Was ist Interleaving?

Interleaving – auf Deutsch „verschachteltes" oder „durchmischtes" Lernen – ist eine Lernstrategie, bei der verschiedene Aufgabentypen, Themen oder Fertigkeiten innerhalb einer Übungseinheit gemischt werden. Es steht im Gegensatz zum blockweisen Üben (Blocking), bei dem eine Aufgabenart erst vollständig geübt wird, bevor die nächste folgt. Statt der Reihenfolge AAA BBB CCC übt man beim Interleaving etwa in der Folge ABC BCA CAB.

Wie unterscheidet es sich vom Blocken?

Beim blockweisen Üben kennt man die passende Lösungsstrategie im Voraus, weil alle Aufgaben eines Blocks gleich sind. Beim Interleaving muss man dagegen bei jeder Aufgabe neu entscheiden, welches Verfahren angebracht ist. Genau dieses Auswählen der richtigen Strategie ist beim späteren Prüfen oder in der Praxis gefragt.

Was zeigt die Forschung?

In einer viel zitierten Studie von Taylor und Rohrer (2010) verschlechterte verschachteltes Üben zunächst die Leistung während der Übung, verdoppelte jedoch die Ergebnisse in einem Test am Folgetag. Die Autoren führen den Vorteil vor allem darauf zurück, dass Interleaving die Fähigkeit verbessert, jede Aufgabe dem passenden Verfahren zuzuordnen. Eine spätere Feldstudie von Rohrer, Dedrick und Stershic (2015) mit Siebtklässlern fand ebenfalls deutlich höhere Testwerte für verschachteltes Üben, besonders in einem Test nach 30 Tagen.

Wie ist Interleaving einzuordnen?

Interleaving ist eng mit dem Spacing-Effekt verwandt, weil das Mischen zugleich die Wiederholungen über die Zeit verteilt. Wichtig ist, dass die gemischten Inhalte einander ähneln oder leicht verwechselbar sind – dann trainiert das Verfahren gezielt das Unterscheiden. In der Praxis lässt es sich einfach umsetzen, indem man Übungsaufgaben verschiedener Themen bewusst durchmischt, statt sie kapitelweise abzuarbeiten; gerade zur Prüfungsvorbereitung ist das hilfreich, weil auch Prüfungen selten sortierte Aufgaben derselben Art enthalten. Die Befunde sind überwiegend positiv, fallen je nach Fach und Gestaltung aber unterschiedlich stark aus; Meta-Analysen berichten für mathematische Aufgaben eher kleine bis mittlere Effekte. Da Interleaving die Übung anstrengender macht, wirkt es kurzfristig oft weniger effektiv, als es langfristig ist – ein Beispiel für eine „wünschenswerte Erschwernis" (desirable difficulty).

Quellen

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