Glossar

Metakognition

Kurz erklärt

Metakognition ist das Wissen über die eigenen Denk- und Lernprozesse und die Fähigkeit, sie zu planen, zu überwachen und zu bewerten. Der Begriff geht auf den Psychologen John Flavell (1979) zurück.

Was bedeutet Metakognition?

Metakognition heißt wörtlich "Denken über das Denken". Gemeint ist das Wissen einer Person über die eigenen kognitiven Prozesse sowie die Fähigkeit, das eigene Lernen aktiv zu steuern. Der Entwicklungspsychologe John H. Flavell prägte den Begriff 1979 und unterschied zwischen metakognitivem Wissen (was ich über meine Denk- und Gedächtnisleistung weiß) und metakognitiven Erfahrungen (dem bewussten Erleben während einer Aufgabe).

Woraus besteht Metakognition?

Üblicherweise werden zwei Komponenten unterschieden. Das metakognitive Wissen umfasst Wissen über sich selbst als Lernenden, über Aufgaben und über Strategien. Die metakognitive Regulation umfasst drei Schritte: Planen (Ziele setzen, Strategie wählen), Überwachen (während des Lernens prüfen, ob man versteht) und Bewerten (nach dem Lernen den Erfolg einschätzen). Diese Selbststeuerung wird oft als selbstreguliertes Lernen bezeichnet.

Warum ist Metakognition beim Lernen wichtig?

Lernende überschätzen ihr Wissen häufig – etwa wenn ein Text nach dem Lesen vertraut wirkt, ohne dass die Inhalte tatsächlich abrufbar sind. Diese Fehleinschätzung nennt man Kompetenzillusion. Wer metakognitiv arbeitet, erkennt solche Lücken früher und passt sein Vorgehen an. Die britische Education Endowment Foundation stuft metakognitive und selbstregulierte Lernstrategien als eine der wirksamsten und zugleich kostengünstigsten Fördermaßnahmen ein.

Wie lässt sich Metakognition trainieren?

Hilfreich sind konkrete Fragen vor, während und nach dem Lernen: Was weiß ich zum Thema bereits? Welche Strategie passt? Verstehe ich das gerade wirklich? Was hat funktioniert, was nicht? Besonders wirksam ist die Kombination mit aktivem Abrufen: Wer sich selbst abfragt (siehe Active Recall), erhält ein ehrliches Signal darüber, was schon sitzt und was nicht – und trifft dadurch bessere Lernentscheidungen. Auch das laute Erklären eines Themas oder das Führen eines Lerntagebuchs stärkt die Selbstüberwachung.

Metakognition ist damit kein zusätzlicher Lernstoff, sondern die Steuerungsebene über allen anderen Lernmethoden: Sie entscheidet, ob Techniken wie Karteikarten oder verteiltes Üben zur richtigen Zeit und am richtigen Inhalt eingesetzt werden.

Quellen

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