AEVO-Prüfung: Aufbau, Ablauf und Bestehen im Überblick

Beruf & Weiterbildung LearnCastAI Redaktion · 12. Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit

AEVO-Prüfung: Aufbau, Ablauf und Bestehen im Überblick

Die AEVO-Prüfung (Ausbildereignungsprüfung) besteht aus einem schriftlichen Teil von etwa drei Stunden und einem praktischen Teil von höchstens 30 Minuten: einer Präsentation oder praktischen Durchführung einer Ausbildungssituation plus Fachgespräch. Bestanden ist sie nur, wenn beide Teile mindestens „ausreichend“ sind. Dieser Beitrag fasst den Aufbau nach der Ausbilder-Eignungsverordnung (AusbEignV) und den Hinweisen zweier IHKs zusammen. Er ist keine Rechtsberatung; für deinen Termin gelten die Vorgaben deiner zuständigen IHK oder Handwerkskammer.

Was ist die AEVO-Prüfung?

Wer in Deutschland ausbilden will, muss seine berufs- und arbeitspädagogische Eignung nachweisen. Das regelt die AusbEignV. Der Nachweis erfolgt in der Regel über die Ausbildereignungsprüfung, die von der IHK oder Handwerkskammer abgenommen wird. Wenn du parallel auf eine Meisterprüfung hinarbeitest, hilft dir unser Beitrag Meisterprüfung vorbereiten. Weitere Themen rund um Karriere und Weiterbildung findest du in der Rubrik Beruf & Weiterbildung.

Welche Handlungsfelder werden geprüft?

§ 3 AusbEignV nennt vier Handlungsfelder, die zugleich den Stoff gliedern:

  1. Ausbildungsvoraussetzungen prüfen und Ausbildung planen: Nutzen der Ausbildung, Berufsbildungssystem, Eignung des Betriebs und Abstimmung aller Beteiligten.
  2. Ausbildung vorbereiten: betrieblicher Ausbildungsplan auf Grundlage der Ausbildungsordnung, Zusammenarbeit mit Partnern wie der Berufsschule, Auswahl der Auszubildenden, Vertrag und Anmeldung.
  3. Ausbildung durchführen: selbstständiges Lernen fördern, lernförderliche Umgebung schaffen, Methoden und Medien auswählen, Auszubildende bei Schwierigkeiten unterstützen, Leistungen bewerten, interkulturelle Kompetenz fördern.
  4. Ausbildung abschließen: auf die Abschlussprüfung vorbereiten, Zeugnis mitgestalten, Berufs- und Weiterbildungswege aufzeigen.

Wie ist der schriftliche Teil aufgebaut?

Nach § 4 Abs. 2 AusbEignV soll die schriftliche Prüfung drei Stunden dauern und besteht aus fallbezogenen Aufgaben aus allen Handlungsfeldern. Die IHK Erfurt nennt 180 Minuten und 80 Multiple-Choice-Aufgaben; die IHK Frankfurt beschreibt eine Online-Prüfung am PC oder Tablet mit ebenfalls 80 Fragen und 180 Minuten. Beide nennen als Bestehensgrenze mindestens 50 Punkte (IHK Erfurt: von 100). Die Zahl der Aufgaben und die Form können sich bei anderen Kammern unterscheiden, frag deshalb dort nach.

Wie läuft die praktische Prüfung ab?

Nach § 4 Abs. 3 AusbEignV präsentierst du eine selbst gewählte, berufstypische Ausbildungssituation und führst anschließend ein Fachgespräch. Zusammen dauert das höchstens 30 Minuten, die Präsentation soll 15 Minuten nicht überschreiten. Statt zu präsentieren kannst du die Situation auch praktisch durchführen, also eine Unterweisung halten. Für Land- und Hauswirtschaft gilt eine eigene Regel mit höchstens 60 Minuten (§ 4 Abs. 4).

So beschreiben es die beiden IHKs:

  • IHK Frankfurt: bis zu 5 Minuten Medienaufbau, höchstens 15 Minuten Präsentation oder Unterweisung (Überschreitung führt zur Abwertung), danach mindestens 15 Minuten Fachgespräch. Für eine Unterweisung bringst du dort einen „Auszubildenden“ selbst mit, auch ein Kollege ist möglich.
  • IHK Erfurt: Bei der praktischen Durchführung übernimmt ein Ausschussmitglied die Rolle des Auszubildenden; das Ziel soll in 10 bis 15 Minuten erkennbar sein, und das Thema muss in den Schulungsräumen machbar sein, also ohne Gefahrstoffe und elektrische Geräte.

Bei der IHK Erfurt legt der Prüfungsausschuss den Termin des praktischen Teils fest und teilt ihn mit der Einladung zur schriftlichen Prüfung mit.

Wie wähle ich Thema und Konzept?

Du wählst selbst, ob du präsentierst oder unterweist, und das Thema. Die IHK Frankfurt rät zu einer Situation aus dem eigenen Ausbildungsberuf oder einem Beruf, in dem du mehrere Jahre gearbeitet hast; die Ausbildungsrahmenpläne helfen bei der Themenfindung. Die Situation sollte realistisch sein und ein abgegrenztes Thema, ein klares Ziel, definierte Adressaten, eine geplante Methode und einen Bezug zur Berufsausbildung haben.

Beim Konzept unterscheiden sich die Kammern deutlich. Die IHK Erfurt empfiehlt ein Konzept von höchstens 8 Seiten (Schriftgröße 12) und verlangt die Abgabe am Prüfungstag in dreifacher Ausfertigung. Die IHK Frankfurt verlangt Formblätter und eine Kurzbeschreibung der Ausbildungssituation in vierfacher Ausfertigung; diese Unterlagen werden dort nicht bewertet. Lies also unbedingt die Hinweise deiner Kammer.

Welche Fragen kommen im Fachgespräch?

Das Fachgespräch dient dazu, die Auswahl und Gestaltung deiner Ausbildungssituation zu begründen. Nach der IHK Frankfurt reflektierst du zuerst kurz selbst, dann geht es vor allem um Aspekte der Kurzbeschreibung, die in der Darstellung nicht vorkamen. Bewertet werden Ausbilderkompetenz, Zielerreichung, Methoden und alternative Methoden sowie Maßnahmen zur Lernerfolgssicherung. Typische Fragen sind deshalb:

  • Warum hast du diese Methode gewählt, und welche Alternative wäre denkbar gewesen?
  • Wie hast du den Lernerfolg überprüft, und wie sicherst du den Transfer in den Arbeitsalltag?
  • Wie würdest du reagieren, wenn der Auszubildende überfordert oder unmotiviert wäre?
  • Was würdest du beim nächsten Mal anders machen?

Im Fachgespräch sind laut IHK Frankfurt keine Hilfsmittel erlaubt; bei einer PowerPoint-Präsentation ist der Computer vorher zuzuklappen. Während der Präsentation oder Unterweisung erlaubt sie dagegen selbst erstellte Stichwortnotizen. Mehr dazu liest du in IHK-Fachgespräch: typische Fragen und Antworten; den Begriff erklärt das Glossar unter Fachgespräch.

Wann ist die Prüfung bestanden?

Nach § 4 Abs. 1 AusbEignV ist die Prüfung bestanden, wenn jeder Teil mindestens mit „ausreichend“ bewertet wurde. Die IHK Frankfurt setzt das so um: mindestens 50 Punkte im schriftlichen Teil und mindestens 50 Punkte im praktischen Teil (Präsentation bzw. Unterweisung plus Fachgespräch); die IHK Erfurt nennt für den schriftlichen Teil ebenfalls mindestens 50 von 100 Punkten. Nach § 4 Abs. 1 kann eine nicht bestandene Prüfung zweimal wiederholt werden, und ein bestandener Prüfungsteil kann dabei angerechnet werden, nach Angabe der IHK Frankfurt höchstens zwei Jahre lang. Eine mündliche Ergänzungsprüfung für den schriftlichen Teil gibt es dort nicht.

Wie bereite ich mich vor?

  1. Handlungsfelder durcharbeiten: Alle vier tauchen in den Fallaufgaben auf. Fallaufgaben übst du am besten mit Probeprüfungen unter Zeitdruck.
  2. Situation früh festlegen: Ein Thema aus deinem Alltag spart Einarbeitungszeit und macht dich im Fachgespräch sicherer.
  3. Zeit stoppen: Übe die 15 Minuten laut, mit Medienaufbau, und halte die Grenze ein.
  4. Alternativen parat haben: Zu jeder Methode brauchst du eine begründete Alternative.
  5. Fachgespräch simulieren: Lass dir Rückfragen stellen, zum Beispiel von einer Lerngruppe oder mit einer mündlichen Prüfungssimulation.
  6. Nervosität einplanen: Übe die erste Minute, bis sie sitzt; weitere Tipps findest du in Prüfungsangst überwinden.

LearnCastAI kann dir beim Wiederholen helfen: Aus deinen eigenen Skripten entstehen Lernkarten und Hörfassungen für unterwegs. Das ersetzt keinen Vorbereitungskurs und keine echte Probeprüfung, und einen Prüfungserfolg garantiert es nicht.

Worauf achten die Prüfer bei der Bewertung?

Die IHK Frankfurt führt die Bewertungskriterien getrennt auf. Bei der Präsentation zählen Adressatenbezug, Analyse der Ausgangssituation, Zielformulierung, Methodenwahl, Aufbau, sicherer Medieneinsatz und Kommunikationsfähigkeit. Bei der Unterweisung zählen Einstieg und Lernziel, Motivation des Auszubildenden, Kommunikation, Methodenwahl, Lernerfolgskontrolle und Transfer sowie der Medieneinsatz. Daraus lässt sich ein klares Übungsprogramm ableiten: Nenne gleich zu Beginn, für wen du die Situation aufbereitest und welches Ziel erreicht werden soll, begründe jede Methode und plane eine kurze Lernerfolgskontrolle am Ende ein. Eine Präsentation soll nach der Kammer entweder vor dem Prüfungsausschuss oder gedacht vor einer Geschäftsleitung stattfinden; sag deshalb ausdrücklich, wer deine Zuhörer in der Situation sein sollen.

Welche Fehler passieren häufig?

Aus den Hinweisen der Kammern lassen sich vier typische Stolpersteine ablesen. Erstens die Zeit: Wer die 15 Minuten überschreitet, wird laut IHK Frankfurt abgewertet, und für den Medienaufbau hast du dort höchstens 5 Minuten. Zweitens ein zu großes Thema: Verlangt wird eine abgegrenzte Situation, kein ganzes Berufsbild. Drittens fehlende Alternativen: Im Fachgespräch wird ausdrücklich nach anderen Methoden gefragt. Viertens organisatorische Pannen, etwa fehlende Exemplare des Konzepts oder der Kurzbeschreibung; wie viele Ausfertigungen du brauchst und wann du sie abgibst, legt deine Kammer fest. Plane außerdem eigene Technik ein: Die IHK Erfurt stellt Flipchart, Pinnwand und Multimediabildschirm bereit, den Laptop bringst du selbst mit, und ein Handout wird empfohlen.

Fazit

Die AEVO-Prüfung ist gut planbar: ein schriftlicher Teil über alle vier Handlungsfelder, ein praktischer Teil mit höchstens 30 Minuten und zwei Mal mindestens „ausreichend“. Die Details zu Aufgabenform, Konzept und Unterlagen legt deine Kammer fest. Wer früh ein Thema wählt, laut übt und seine Methodenwahl begründen kann, geht gelassen hinein. Die genannten Angaben stammen von den Seiten, die wir am 12. Oktober 2026 abgerufen haben.

Quellen

Häufige Fragen zu diesem Artikel

Sie besteht nach § 4 AusbEignV aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil. Schriftlich sollen es drei Stunden mit fallbezogenen Aufgaben sein, praktisch höchstens 30 Minuten aus Präsentation oder Durchführung einer Ausbildungssituation und Fachgespräch.

Der schriftliche Teil soll drei Stunden dauern (IHK Erfurt und Frankfurt: 180 Minuten). Der praktische Teil dauert höchstens 30 Minuten, davon soll die Präsentation 15 Minuten nicht überschreiten. In Land- und Hauswirtschaft gelten höchstens 60 Minuten.

Wenn beide Teile mindestens „ausreichend“ sind (§ 4 Abs. 1 AusbEignV). Die IHK Frankfurt verlangt dafür mindestens 50 Punkte je Teil, die IHK Erfurt nennt für den schriftlichen Teil mindestens 50 von 100 Punkten. Eine nicht bestandene Prüfung kann zweimal wiederholt werden.

Das entscheidest du selbst. Beide Formen sind zulässig und werden mit anschließendem Fachgespräch geprüft. Wähle, was zu deinem Thema passt. Die Details regelt deine Kammer: Bei der IHK Erfurt übernimmt ein Ausschussmitglied die Rolle des Auszubildenden, und das Thema muss im Schulungsraum machbar sein; die IHK Frankfurt verlangt, dass du einen „Auszubildenden“ selbst mitbringst.

Es geht um die Begründung deiner Auswahl und Gestaltung der Ausbildungssituation: Methoden und Alternativen, Zielerreichung und Lernerfolgssicherung. Die genauen Fragen hängen vom Ausschuss ab.

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